

7,5 kg Bonbons, Elchfleisch und vieles mehr
Dieses Jahr fand die European Rally im idyllischen Schweden statt. Mit dabei waren auch zwei deutsche Teams zu je 5 Teilnehmern. Diese Teams kamen aus Niedersachsen und Baden-Württemberg. Da das niedersächsische Team keine 5 Teilnehmer gefunden hatte, ergab sich ebenfalls die Chance für ein Nordlicht aus Schleswig-Holstein an der Rally teilzunehmen.
Die Anfahrt erfolgte per Zug. Ziel unserer Reise war eine ehemalige Agrarschule in Plönninge in der schwedischen Region Halland. Hier sollten wir Gelegenheit bekommen innerhalb einer Woche Kontakte und Erfahrungen fürs Leben zu sammeln.
Der Anreisetag wurde mit einem ersten Kennenlernspiel in den Abendstunden abgerundet, danach ging es auf zur allabendlichen Rally-Party im eigens dafür aufgestellten Party-Zelt.
An Tag zwei wurden die Weichen dafür gestellt, dass es für alle eine unvergessliche Woche wurde. Nach dem morgendlichen Aufwärmspiel wurde die Rally offiziell eröffnet. Grußworte wurden dabei von Robin Swann, dem scheidenden Vorsitzenden von Rural Youth Europe und von Ulrica Berglöf, der Hauptorganisatorin der Rally gesprochen. Verknüpft mit dieser Eröffnungszeremonie wurde die erstmalige Preisverleihung des Jugendpreises von Rural Youth Europe.
Der Rally-Tradition entsprechend wurde am Abend das internationale Buffet durchgeführt, bei dem jedes Team Spezialitäten des eigenen Landes präsentierte. Während das finnische Team sagenhafte 7,5 Kilogramm Bonbons anbot, wurde aus Deutschland Pumpernickel mit herzhaftem, sowie süßem Belag aufgetischt. Das Interesse an den verschieden kulinarischen Genüssen der Teilnehmerländer führte dazu, dass Kommunikationbarrieren durchbrochen wurden und eine tolle Woche eingeleitet wurde.
Im Vordergrund der European Rally stand in diesem Jahr auch das Oberthema “ländlicher Unternehmergeist”. Dabei tauschten sich die Teilnehmer über Unternehmer ihrer Länder und Regionen aus und entwickelten in Gruppenarbeit eigene Unternehmenskonzepte. Die Entwicklung einer pinkfarbenen Tragetasche für den Chihuahua der Stars und Sternchen fand besonderen Zuspruch. Es wurden aber auch bestehende Unternehmenskonzepte weiterentwickelt; so hatten sich regional ansässige Unternehmer bereit erklärt sich neue Verkaufs- und Produktideen für ihren Betrieb entwerfen zu lassen. Gefordert waren realistische Vorschläge, die die jeweiligen Unternehmen wirtschaftlich weiter bringen. Es gab je Unternehmer ca. 4 Gruppen, die dann Ihre Entwürfe präsentierten.
Um weitere Eindrücke der Region Halland zu gewinnen wurden alle Teilnehmer von Mittwoch auf Donnerstag in Gastfamilien untergebracht. Dort fand man beispielsweise Zeit für einen Strandbesuch inklusive Sonnenbrand, hatte aber auch Einblicke in ein schwedisches Familienleben. Die Gasteltern versorgten uns nicht nur mit regionalen Spezialitäten, wie z.B. Elchfleisch, sondern stellten auch aufgrund der vielen Gäste ihre Betten zur Verfügung und schliefen kurzerhand bei den benachbarten Großeltern. Der Abend nach der Rückkehr aus den Gastfamilien und dem Ende der Generalversammlung wurde mit einem großen Grillfest gefeiert, bei dem sowohl den Gastfamilien gedankt werden sollte, als auch ein Austausch über die verschiedenen Erlebnisse erfolgte.
Während die Teilnehmer in Gastfamilien untergebracht waren, wurde in Plönninge die Generalversammlung von Rural Youth Europe abgehalten. Bei der Generalversammlung werden sowohl Vorstandsposten neu gewählt, als auch Anträge der jeweiligen Mitgliedsländer diskutiert. Zum neuen Vorsitzenden der Organisation wurde Michel Schwab aus Deutschland gewählt, als Stellvertreterin wurde ihm Kadri Toomingas aus Estland zur Seite gestellt. Neben dem Vorsitzenden und seiner Stellvertreterin gibt es noch vier weitere Vorstandsmitglieder, welche vier verschiedene Regionen Europas vertreten.
Am Freitag, dem letzten Tag vor der Abreise, standen weitere Highlights auf dem Programm. Jedes Land hatte die Möglichkeit eigene kleine Workshops anzubieten. Angeboten wurden beispielsweise verschiedene Tänze, Blumenkränze flechten und Sketche. Besonders erwähnenswert ist das Feuerspucken. Zuerst musste das Spucken mit Wasser geprobt werden. Anschließend wurde es dann mit Lampenöl ernst, wobei verschiedene Erfolge zu verzeichnen waren. Egal, wie groß die Flamme auch war, als bleibende Erinnerung war ein schmieriger Geschmack im Mund zu verzeichnen.
Als am Freitagnachmittag eine Wanderung zum Strand für die Evaluation der gesamten Woche genutzt wurde, wurde den Teilnehmern so langsam klar, dass eine ereignisreiche Woche bald ihr Ende finden sollte. Am Strand angekommen wurden noch weitere Erinnerungsfotos geschossen und einige Mutige stürzten sich, bei weniger einladendem Wetter, noch in die Fluten.
Zum Ausklang der Rally gab es am Freitagabend das “Final Dinner”. Gemeinsam wurde im festlichen Ambiente bei köstlichem Essen über die rasend schnell vergangene Woche geplaudert. Jeder Teilnehmer erhielt zum Abschluss eine Teilnahmeurkunde, sowie einen USB-Stick, der bereits mit den Fotos der Woche bespielt war. Michael Schwab nutzte die Gelegenheit, um seinem Vorgänger Robin Swann für sein Engagement zu danken. Er überreichte Robin einen Anstecker der niedersächsischen und schleswig-holsteinischen Landjugendaktion “UNBEZAHLBAR” und erklärte, dass genau der von ihm erbrachte Einsatz unbezahlbar gewesen sei.

Nach dem “Final Dinner” wurde die abendliche Feier in die Sporthalle der Schule verlegt. Dort wartete bereits eine regional bekannte Band, die mit allseits bekannten Hits aufspielte und der Feierstimmung gerecht wurde. Alle Teilnehmer stellten sicher, dass jeder der wollte auch die Kontaktdaten des anderen erhielt; eigens dafür besaß jedes Team Visitenkarten die es nun zu verteilen galt. Als die Band aufhörte wurde das Fest im Party-Zelt fortgesetzt. Viele Teilnehmer beschlossen, da die Abfahrt des ersten Busses bereits um 6.15 Uhr sein sollte, dass keine Zeit mehr zum Schlafen sei und man dies auf der Heimreise nachholen würde.
Um die Faszination einer European Rally zu verstehen, muss man sie einfach mal mitgemacht haben.
Sicherlich ist die Woche nicht als Urlaub zu betrachten, da das Rahmenprogramm sich mit ernsthaften Themen beschäftigt und der internationale Austausch im Vordergrund steht. Wer allerdings bereit ist eine Woche auf Ausschlafen zu verzichten, wird Erfahrungen machen, an die man sich noch in vielen Jahren gern erinnert und Kontakte knüpfen, auf die man gern zurückgreift.
Hauke Greve











