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60 Jahre und kein bisschen alt – große Jubiläumsfeier der Landjugend

Angreist waren auch die ehemaligen Gründungsvorsitzenden

„Dat is wat un dat blifft wat“ so lautet das Motto unter dem das Jubiläumsjahr des Landjugendverbandes Schleswig-Holstein steht. Mit einem Festempfang feierten knapp 300 aktive und ehemalige Landjugendliche sowie Vertreter aus Politik und befreundeten Verbänden das 60-jährige Bestehen des mit 6000 Mitgliedern größten Jugendverbandes im ländlichen Raum. Den hohen Stellenwert der Landjugend machte Sozialminister Dr. Heiner Garg deutlich. „Die Landjugend ist unverzichtbar für den ländlichen Raum. Sie steht für Gemeinschaft, Freundschaft und Zusammenhalt.“ Kathrin Funk, Vorsitzende der Landjugend, fragte daher in ihrer Eröffnungsrede: „Liebe Politik, sind Sie sich sicher, dass Sie die Schuldenbremse auf Kosten der Jugendverbandsarbeit ziehen wollen? Denn die Jugend ist schließlich die Zukunft!“ Durch die Landjugendarbeit werden Gemeinden gestärkt und die Abwanderung in die Städte verhindert.

Werner Schwarz, Präsident des Bauernverbandes, betonte neben der guten Zusammenarbeit und den Gemeinsamkeiten der Verbände, dass es sehr vorausschauende Menschen waren, die den Landjugendverband vor 60 Jahren aus der Taufe gehoben haben.
Die beiden Gründungsvorsitzenden Anneliese Claußen und Claus-Hinrich Kasper berichteten in einem Interview über die Anfangszeit. Mit einfachsten Mitteln hat man 1950 begonnen. Unterstützung für die Gründung gab es vor allem vom Bauern- und vom Landfrauenverband und „ganz im Stillen ein Britischer Offizier“ erinnert sich Anneliese Claußen. Und dennoch war der Landjugendverband Schleswig-Holstein von Anfang an etwas Besonderes. Denn er war keine Unterorganisation des Bauernverbandes, sondern bestand von Beginn an auf Eigenständigkeit und auf die paritätische Besetzung des Vorstandes. Für die damalige Zeit ein absolutes Novum und auch heute noch lange keine Selbstverständlichkeit. Beide Tatsachen riefen bei den übrigen Landjugendverbänden in der Republik erst einmal Skepsis hervor. Doch es wurde fast überall dem Schleswig-Holsteinischen Vorbild gefolgt!

Auf die Frage, wie denn die beiden Gründungsvorsitzenden die 60 Jahre Entwicklung des Verbandes heute sehen, sagte Herr Kasper: „Was man in die Welt setzt, behält man im Auge“. Das sei wie mit Kindern. Frau Claußen hat Vertrauen in die heutige Landjugend. „Sie wird die Herausforderungen der Zukunft meistern“.

Auch die Wurzeln von Reimer Böge, Mitglied des Europäischen Parlaments, liegen in der Landjugend.1971 hat er selbst als Landjugendlicher noch gegen die Brüsseler Politik gewettert. Er betonte in seiner Festrede, wie ihn persönlich die Landjugend bereichert hat. 1973 nahm er z.B. an der ersten europäischen Landjugendkonferenz in Rom teil. Und er hat schon bei der Landjugend gelernt, dass man „mit Dithmarscher Lajus anders diskutieren muss als mit Segebergern“. Das wäre in Europa mit Italienern und Spaniern auch nicht anders. Die Teilhabe und Mitwirkung, die sinnvolle Freizeitgestaltung in der Gemeinschaft, das ist das Erfolgsrezept der Landjugend.

„Eine rundum gelungene Veranstaltung“, so das Fazit zum Jubiläumsempfang in Rendsburg vom Vorsitzenden Stefan Dirks. Mit dem von Landjugendlichen extra inszenierten Theaterstück „L wie Landjugend“ und Gesprächen bei Kaffee und Kuchen endete der Jubiläumsempfang.
Dirk Detlefsen, ehemaliger Landes- und Bundesvorsitzender brachte es in seinem Grußwort noch einmal auf den Punkt. „Die Landjugend ist faszinierend und bleibt es auch. Sie wird auch in finanziell unruhigen Zeiten die stabile Säule im ländlichen Raum bleiben“!